Montag, 7. Dezember 2009

Attacke!


"Wer siegen will, muss angreifen. Die logische Konsequenz einer Strategie der Verteidigung ist die Kapitulation."
Napoleon Bonaparte (1769-1821)

Sonntag, 6. Dezember 2009

Rätselhaft


Was drängt einen Bob Dylan dazu, ein Weihnachtsalbum zu produzieren? Wie seine letzten beiden Alben ist auch dieses Werk ziemlich merkwürdig. Der Hörer kratzt sich ratlos am Kopf und fragt sich, ob die schräge und oft falsch intonierende Stimme dieser Singkröte uns in Weihnachtsstimmung versetzen oder verarschen will. Neue Fans wird der Altmeister mit dieser Sammlung von Liedern nicht gewinnen. Wer Dylan nicht verehrt, kann ohnehin nicht fassen, was unsereins an diesem Kauz so fasziniert. Nun, die Antwort ist: das Rätsel, das er uns aufgibt. Ist er ein nobelpreisverdächtiger Poet, ein wirr reimender Scharlatan, ein sozialkritischer Zyniker, ein folkloreliebender Romantiker, ein Dadaist oder alles das gleichzeitig? Wir glauben einfach an seine unauslotbare Genialität und sind froh, sie nun auch unterm Christbaum bewundern zu dürfen.

Samstag, 5. Dezember 2009

Schuld und Furcht

Es ist keine Bosheit Gottes, dass der Mensch zuweilen unter Schuld leidet und von Angst geplagt wird. Sowohl die Schuld als auch die Furcht sind Überlebenshilfen. Jene hilft ihm, sich selbst zu erkennen, diese sich zu bewahren. Für beide gilt der Nietzsche-Satz, dass uns stark macht, was uns nicht umbringt.

Freitag, 4. Dezember 2009

Free Entertainment!

In New York City muss Live Entertainment nicht viel kosten. Am Washington Square singen derzeit nachmittags vier Musiker zum Vergnügen der Passanten und sind zufrieden, wenn man eine Dollarnote in die blaue Plastikkiste wirft. Auch in Handycam Qualität vertreibt ihre Performance garantiert jede schlechte Laune!


Donnerstag, 3. Dezember 2009

Theaterkonzept


"Theater sollte kein Zeitvertreib für privilegierte Bildungsbürger sein, sondern eine Quelle der Freude und Inspiration für jedermann."
Joseph Papp

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Sonntagsruhe


Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden. Verkaufsoffene Sonntage bleiben in Deutschland die Ausnahme. Sonntage sollen weiterhin der seelischen Erhebung dienen. Die beiden großen Kirchen als Kläger begrüßten die Entscheidung zur Sonntagsruhe, ebenso die Gewerkschaften. Ein Sprecher der evangelischen Kirche hielt dafür, dass jede andere Entscheidung Deutschland in die Zeit der Sklaverei zurückgeführt hätte. Man darf jetzt nur nicht auf halbem Wege stehenbleiben. Es gilt, nun auch die Polizisten und Nutten, Busfahrer, Piloten, Taxifahrer, Kellner, Fernseh- und Zeitungsredakteure, Brötchenbäcker und Krankenschwestern von der Sklavenfron zu befreien. Und wie kann man Seelenruhe finden, solange Restaurants und Kneipen, Tankstellen, Bahnhöfe und Kinos am Sonntag geöffnet bleiben? Zu erwägen wäre, den Strom am Sonntag abzustellen. Das erlöst die in der Stromversorgung beschäftigten Arbeiter und knippst Fernseher und Computer aus, die von jeglicher Erhebung ablenken. Es reicht jedenfalls nicht, dass wir alle versprechen, am Sonntagmorgen zur Kirche zu gehen. Unser Seelenfrieden ist Staatssache. Oder?

Dienstag, 1. Dezember 2009

Gegenrede


Daniel Kehlmann hat sich noch einmal zum Thema Regietheater zu Wort gemeldet. In einem Interview mit der Zeitschrift Cicero äußert er sich zu den vernichtenden Kommentaren des derzeit herrschenden Theaterestablishments über seine Salzburgrede. "Im Grunde ging es darum, dass an deutschen Theatern eine bestimmte Inszenierungsästhetik Monopolstellung genießt und Beobachter, die sich dagegen äußern, in einer ungeheuerlichen Weise angegriffen werden. Diese Monopolästhetik beansprucht für sich, recht zu haben, weil sie so modern sei und alles andere altmodisch und auch gesellschaftlich reaktionär. Dagegen habe ich mich gewendet. Die Wahrheit eines Textes durch rekonstruktive Maßnahmen wie Kostüme zutage treten zu lassen, ist alles andere als altmodisch und schon gar nicht rückständig. In diesem Sinne habe ich für Offenheit plädiert. Die Reaktionen waren so hilflos hysterisch, dass ich mich dadurch in meiner These bestätigt sehen muss...Ich habe eine Haltung kritisiert, die sich als links deklariert, aber nur noch Phrasen und Schemata reproduziert. Das Regietheater hat mit linker Einstellung gar nichts zu tun. Klassisch gesehen würde linke Ästhetik bedeuten, Theater zu machen, das die Massen verstehen. Es ist doch inkonsequent, sich als links zu definieren und gleichzeitig ein Theater zu machen, das die Massen ablehnen."